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In Vorbereitung

Franz Stassen
Leben – Werk – Wirkung

Die „Völkische Bewegung“ im Allgemeinen und das Wirken des „Bayreuther Kreises“ im Besonderen wird seit Jahren intensiv erforscht. Dennoch ist das Profil des Künstlers Franz Stassen (1869-1949), der diesem weltanschaulich vielfarbigen Milieu der politischen Rechten aufs Engste verbunden war, es zu beträchtlichem Erfolg brachte und das Wagnerbild der Epoche nicht unwesentlich mitgeprägt hat, erstaunlich unscharf geblieben.

Wer sich heute einen Begriff von Franz Stassen und seinem Werk verschaffen will, hat es nicht leicht. In der Fachliteratur über die Kunst um 1900 und in den Folgejahren kommt er, wenn überhaupt, nur am Rande vor. Das rührt daher, dass Stassen, anders als landläufiges Meinen annimmt, kein originärer Künstler des so genannten Jugendstils war. Er machte sich nur gewisse Gestaltungsideen dieses kreativen Aufbruchs, der nahezu synchron in vielen europäischen Kunstzentren stattfand, zu Eigen.

Franz Stassen war zeitlebens ein naiver Träumer. Er liebte das Schöne und Große. Das fand er in Mythos und Religion, Märchen und Sage, Geschichte und Gedicht. Er war auf Ursprünge und Umgreifendes aus, sah die Zukunft in der Vergangenheit und schwelgte in heroischen Phantasien. Auf Eigenes ist er hierbei nicht gestoßen, alles stammt von anderen. Kritisches Reflektieren gehörte nicht zu seinen starken Seiten.

Gleichwohl dürfte es von Interesse sein, einem bürgerlichen Künstlerleben auf die Spur zu kommen, das für die Epoche von der Reichsgründung bis zum katastrophalen Ende der nationalsozialistischen Herrschaft als durchaus repräsentativ anzusehen ist.


Das Buch rekonstruiert das Leben Franz Stassens vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Turbulenzen seiner Zeit, enthält viele bisher unbekannte Dokumente und versammelt einen repräsentativen Teil seiner künstlerischen Hinterlassenschaft.